Tischtennis gegen Parkinson in Sulzbach

Neue Kooperation des PingPongParkinson e.V. und der TSG Sulzbach e.V. bietet Menschen mit Parkinson die Möglichkeit, Tischtennis zu spielen und Teil einer sozialen Gemeinschaft von Betroffenen, Angehörigen und Unterstützern zu werden.

Spieler der TSG Sulzbach und des PingPongParkinson e.V. zusammen mit Trainer Markus Reiter (4.v.r.).
Spieler der TSG Sulzbach und des PingPongParkinson e.V. zusammen mit Trainer Markus Reiter (4.v.r.).

 

Die TSG Sulzbach erweitert ihr Angebot im Breitensportbereich. Sulzbach ist einer der neuesten Standorte des PingPongParkinson e.V. und ermöglicht Parkinson-Betroffenen die Teilnahme am Tischtennissport. Neben aktuell 7 Mannschaften im Erwachsenensport und 6 Mannschaften im Nachwuchsbereich ist die Breitensportgruppe des Sulzbacher Vereins ein Treffpunkt für alle Tischtennis-Interessierten jeglichen Alters. Als die Anfrage von PingPongParkinson kam, hat der Verein nicht lange gezögert und das bestehende Angebot im Breitensportbereich einfach erweitert. Das Training in der – nun erweiterten – Gruppe findet unter Anleitung des ehemaligen Bundesliga-Trainers Markus Reiter statt. Als Ressortleiter Lehrwesen im Hessischen Tischtennisverband und Präsidiumsmitglied des Verbands Deutscher Tischtennistrainer (VDTT) ist er seit Jahren ein fester Bestandteil des Sulzbacher Trainerteams. Im Training selbst werden alle Grundlagen gezeigt und trainiert. Angefangen von der richtigen Art, den Schläger zu halten, über die Beinarbeit und die Position zum Tisch, bis zu den verschiedenen Schlägen in Vorhand und Rückhand. Dabei wird stets auf die eigenen Fähigkeiten, die Ambitionen und nicht zuletzt auf den Spaßfaktor Rücksicht genommen. Wenn man möchte, kann man auch einfach nur ein paar Bälle schmettern.
Alle Interessierten, ob mit Beeinträchtigung oder ohne, sind herzlich eingeladen immer dienstags ab 20:00 Uhr in den Eichwaldhallen Sulzbach vorbeizuschauen.

Der PingPongParkinson Deutschland e. V. hat es sich zur Aufgabe gemacht, Tischtennis für jedermann mit Parkinson, völlig unabhängig von den persönlichen Eignungen, anzubieten. Der Verein möchte die in Deutschland von Parkinson-Betroffenen von den Sofas, und der häufigen Isolation, weg, hinein in die Sporthallen und unter die Menschen bringen. Seit Anfang 2020 wurden bisher bereits über 80 Standorte in ganz Deutschland eröffnet und der Verein hat mittlerweile über 300 aktive Mitglieder.

Die Diagnose „Parkinson“ ist für alle Betroffenen zunächst ein Schock. Morbus Parkinson ist eine voranschreitende Krankheit und mit mehr als 6 Mio. Betroffenen die zweithäufigste neurodegenerative Erkrankung der Welt. In Deutschland leben Schätzungen zu folge ca. 400.000 Menschen mit Parkinson. Die Symptome der Krankheit sind sehr vielfältig – man sagt, Parkinson hat 1000 Gesichter. Zu den häufigsten zählen das Zittern und die Muskelstarre bzw. verlangsamte Bewegungen. Zusammen mit den körperlichen Einschränkungen leidet in gleichem Maße auch die Psyche. Die Erkrankung sorgt für einen Rückzug aus dem sozialen Leben und führt oftmals zu Begleitsymptomen wie Depressionen.

Betroffenen stehen heute aber sehr wirksame Therapiemaßnahmen zur Verfügung, die, gerade in früheren Stadien der Krankheit, die Symptome in der Regel gut beherrschbar halten. Dass Tischtennis Personen mit Parkinson auf vielfältige Art und Weise hilft, ist zwischenzeitlich sogar wissenschaftlich belegt. Führende Neurologen halten Tischtennis für den Idealsport bei Parkinson. Das Tischtennistraining fördert die allgemeine Beweglichkeit und wirkt Defiziten im Bereich der koordinativen Fähigkeiten, z.B. Gleichgewicht, Hand Augen Koordination, Reaktion und Standfestigkeit entgegen. Mit seinem geringen Verletzungsrisiko ist Tischtennis eine körperliche Betätigung für jedermann. Die Sportart verbindet einerseits die sportlichen und gesundheitlichen Aspekte mit dem Spaß am Spiel. Andererseits kann man es nicht allein spielen. Also kommt man unter Leute, von jedem Alter oder Geschlecht. Dieser soziale Aspekt ist mindestens genauso wichtig, wie das reine Spielen. Die Teilnahme bedeutet ein Plus an Lebensqualität, auch mit Spaß und Geselligkeit. Die Gruppe hebt so die Isolation der einzelnen auf und stärkt dadurch das Selbstvertrauen und die Solidarität.

Bei weiteren Fragen steht Tobias Jordan als Breitensportbeauftragter der TSG Sulzbach und Leiter der PPP-Gruppe gerne zur Verfügung (tobias.jordan@pingpongparkinson.de).

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